Dr. Hans Mathias Kepplinger
Professor für Empirische Kommunikationsforschung
am Institut für Publizistik der Universität Mainz

Weitere Studien

Rivalität um Macht und Moral

Generell wird man annehmen können, dass Angehörige von zwei Berufen, deren Selbst- und Fremdbilder ähnlich sind, relativ problemlos miteinander auskommen. Andererseits wird man vermuten können, dass die Beziehungen zwischen den Angehörigen von zwei Berufen, deren Selbst- und Fremdbilder stark auseinanderklaffen, eher problembeladen sind. Dies führt zu der Frage, welche Selbst und Fremdbilder Politiker und Journalisten haben, die in hohem Maße aufeinander angewiesen sind.

Eine Antwort darauf gibt eine Befragung der Abgeordneten des Deutschen Bundestages und der ständigen Mitglieder der Bundespressekonferenz vom Frühjahr 2008, an der 187 der 611 Abgeordneten und 235 der 623 Journalisten teilgenommen haben.

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Der Einfluss der Medien auf Richter und Staatsanwälte

Die Ziele von Strafprozessen bestehen in der Feststellung der Tatsachen und ihrer Beurteilung anhand des geltenden Rechts. Untersucht wird, wie Medienberichte den Ablauf und das Ergebnis von Strafprozessen beeinflussen. Grundlage ist eine Online-Befragung von 447 Richtern und 271 Staatsanwälten. Ermittelt wurden die Nutzung der Berichte über eigene Verfahren; die wahrgenommenen Fehler der Berichterstattung; die Intensität der erlebten medialen Kritik; die emotionalen Reaktionen auf mediale Kritik; der wahrgenommene Einfluss der Berichte auf Laien und Experten im Gerichtssaal; die Orientierung des eigenen Verhaltens an der Öffentlichkeit sowie der wahrgenommene Einfluss der Berichte auf das Strafmaß. Das darauf beruhende Strukturgleichungsmodell weist einen signifikanten Einfluss der Nutzung von Medienberichten auf das Strafmaß aus. Ein schwächerer Pfad verläuft direkt von der Nutzung zum Strafmaß, ein stärkerer Pfad vermittelt über Emotionen, die die Berichterstattung hervorgerufen hat. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der Theorien der Generalprävention und der ihnen zugrunde liegenden Annahmen über die Bedeutung der Öffentlichkeit für Strafprozesse diskutiert.

Elektronische Veröffentlichung der Studie als Zeitschriftenbeitrag
http://www.springerlink.com/openurl.asp?genre=article&id=doi:10.1007/s11616-009-0036-y

Erfahrungen der Berliner Journalisten mit Politikern

Der Umzug der Regierung von Bonn nach Berlin hat die Beziehungen zwischen Politikern und Journalisten erheblich verändert. Hierfür gibt es zahlreiche Gründe - die Größe der Stadt, die Existenz von gesellschaftlichen Zentren, die Zahl der in- und ausländischen Medienvertreter, der neue Stil der Politik. Dies alles hat  Auswirkungen auf Arbeitsbedinungen der Hauptstadtjournalisten und auf ihre privaten Kontakte zu Politikern. Sie werden in einer Befragung der ständigen Mitglieder der Bundespressekonferenz von Hans Mathias Kepplinger, Marcus Maurer und Marco Kreuter aufgezeigt. Dabei werden Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede in der Erfahrungen der Mitarbeiter der verschiedenen Medien deutlich.  

- Dokumentation der Befragungsdaten -
Hans Mathias Kepplinger, Marcus Maurer, Marco Kreuter

Gefahren für die Innere Pressefreiheit. Befragung von Zeitungsredakteuren.

Die im ersten Drittel dieses Jahrzehnts entstandene Pressekrise hat zahlreiche Ursachen - die wachsende Konkurrenz zwischen den Medien, das schwindende Interesse der Jüngeren an den Druckmedien, der Rückgang der Werbebudgets als Folge allgemeiner Wirtschaftsprobleme und nicht zuletzt das Internet, das Anzeigen aus den traditionellen Medien abzieht. Davon sind vor allem die Tageszeitungen betroffen, die große Teile ihrer rebrizierten Anzeigen (Immobilen, Stellen, Autos usw.) verloren haben. Eine Folge sind Einsparungen  der Verlage und Zugeständnisse an die Inserenten, die sich auch auf die Zeitungen und ihre Mitarbeiter auswirken können. Die angehängten Daten dokumentieren die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Zeitungsredakteuren zu den Gefahren für die Innere Pressefreiheit von Hans Mathias Kepplinger, Marcus Maurer und  Rudolf Gerhardt .

FAZ.NET, 30.05.2005 Klimawandel in den Redaktionen

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Der Einfluss der Medien auf Strafverfahren

Wir Richter sind auch nur Menschen.
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.Juni 2008
                                                        
- Dokumentation der verwandten Daten -
Hans Mathias Kepplinger, Rudolf Gerhardt, Thomas Zerback