Dr. Hans Mathias Kepplinger
Professor für Empirische Kommunikationsforschung
am Institut für Publizistik der Universität Mainz

Zur Person

D. Hans Mathias Kepplinger

Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger

Geboren wurde ich am 20. Mai 1943 in Mainz, studiert habe ich in Mainz, München und Berlin - wie es damals noch möglich war - was mich interessierte: Psychologie, Publizistik, Rechtsphilosophie, Politikwissenschaft und Geschichte. Zu meinen akademischen Lehrern gehörten so unterschiedliche Wissenschaftler wie Hans Buchheim, Gert von Eynern, Elisabeth Noelle-Neumann, Alber Wellek und Theodor Viehweg. Promoviert wurde ich 1970 zum Dr. phil. in Mainz im Fach Politikwissenschaft (Nebenfächer Publizistik und Geschichte) mit einer ideengeschichtlichen Arbeit. Danach war ich Wissenschaftlicher Assistent von Elisabeth Noelle-Neumann, was mir die Gelegenheit zu zahlreichen empirischen Untersuchungen gab – darunter die ersten Langzeitstudien zur Rolle der Medien bei gewaltfreien Krisen und in gewaltsamen Konflikten.

Nach der Habilitation mit der venia legendi für das Fach Publizistikwissenschaft 1977 - Außengutachter Niklas Luhmann - war ich Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft, arbeitete 1980 als Research Fellow am Survey Research Center der University of California in Berkeley und vertrat anschließend eine Professur an der Universität München. In dieser Zeit habe ich vor allem den Einfluß der Darstellungstechniken des Fernsehens und die dadurch vermittelten Eindrücken auf das öffentliche Erscheinungsbild von Politikern untersucht. Ausgangspunkt war anläßlich der Bundestagswahl 1976 die erste quantitative Analyse derartiger Sachverhalte.

Nach der Vertretung der Professur an der LMU München und Aufenthalten als Gastprofessor an der Université de Tunis und an der Southern Illinois University habe ich 1982 einen Ruf auf eine neu geschaffene C 4-Professur für Empirische Kommunikationsforschung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz angenommen. Im gleichen Jahr wurde ich Erster Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, ein Jahr darauf Geschäftsführender Leiter des Instituts für Publizistik. Inzwischen hatten sich meine Interessen auf die Journalismusforschung verlagert, was sich in mehreren Journalisten-Befragungen zum beruflichen Selbstverständnis und zu den Grundlagen der Nachrichtenauswahl niederschlug.

Von 1988 bis 1990 war ich Prodekan, anschließend bis 1993 Dekan des Fachbereichs Sozialwissenschaften, von 1997 bis 1999 Mitglied des Senats der Universität Mainz. In diese Zeit fallen zahlreiche Untersuchungen zur Risikokommunikation – der Darstellung und Wahrnehmung von Kernkraft, Gentechnik und Medikamenten – sowie zur Entstehung und Eigendynamik von Skandalen in Politik und Wirtschaft. Wieder aufgenommen habe ich Analysen zum Einfluß der Medien auf das öffentliche Erscheinungsbild von Politikern – nun als Langzeitstudien über mehrere Jahre. Sie analysieren den Zusammenhang zwischen der Veränderung der Darstellung von Politikern im Fernsehen und den Vorstellungen der Bevölkerung. Dies mündete 2005 in eine Forschungstätigkeit an der Harvard University, an der ich ein Programm zur Analyse der Reziproken Effekte der Medien entwickelt habe – dem Einfluß der Medien auf diejenigen, über die sie berichten. Hierzu habe ich inzwischen mit mehreren Partnern Befragungen von Bundes-und Landespolitikern, Managern in Unternehmen und Verbänden, Richtern und Staatsanwälten sowie Wissenschaftlern durchgeführt.